Forum V

Migration und Integration: Der Beitrag beruflicher Bildung

Jede fünfte Bürgerin beziehungsweise jeder fünfte Bürger in Deutschland hat eine Zuwanderungsgeschichte und mehr als die Hälfte dieser Personengruppe sind deutsche Staatsbürger. In der jungen Generation ist kulturelle Vielfalt Teil der täglichen Realität in Schule, Ausbildung und Beruf. In der Gruppe der Unternehmer/-innen sind Zugewanderte ebenfalls stark vertreten: Jede/-r fünfte Firmengründer/-in in Deutschland hat ausländische Wurzeln. Zudem haben seit 2015 hunderttausende Menschen auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Bedrohung Schutz in Deutschland gesucht. Dies ist der Hintergrund für die Diskussionen im Forum über die Herausforderungen und Chancen der Integration in berufliche Bildung. Dabei werden der aktuelle Stand der Forschung wie auch gelungene Initiativen und Projekte vorgestellt. Mit Blick auf die Praxis steht dabei die Frage im Vordergrund, welche Instrumente und Maßnahmen in den Kommunen, Betrieben und in den Schulen, kurz im gesamten Bildungssystem, die Integration von Zugewanderten verbessern und fördern.

 

07.06.2018 Themenblock 1:
Migration und Integration erforschen

14:45 Uhr Einführung und Moderation
Katharina Kanschat, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
15:00 Uhr Migrationssensibilität als professionelle Kernkompetenz
Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani, Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) des Landes Nordrhein-Westfalen
15:45 Uhr Geflüchtete auf dem Weg in eine berufliche Ausbildung – Erfolgsfaktoren und Unterstützungsbedarfe
Stephanie Matthes, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
16:30 Uhr Pause
17:00 Uhr Berufsorientierung  jugendlicher Flüchtlinge als Kooperationsaufgabe im lokalen Netzwerk
Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey, Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), Universität Duisburg-Essen
17:45 Uhr Engagement von Unternehmen bei der Integration von Flüchtlingen – Herausforderungen und Erfolgsfaktoren
Dirk Werner, Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW)
18:30 Uhr Ende des Forums

 

08.06.2018 Themenblock 2:
Migration und Integration gestalten

08:30 Uhr Einführung und Moderation
Anne Görgen-Engels, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
08:45 Uhr GoodVET: Indicators of Good VET practice for refugees
Dr. Junmin Li, Universität zu Köln
09:30 Uhr Berufsbildung und Migration: Welchen Beitrag leistet die Anerkennung beruflicher Abschlüsse beim Konzept der qualifizierten Zuwanderung? Ein Blick nach Übersee.
Dr. Christiane Eberhardt, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
10:15 Uhr Pause
10:30 Uhr Integration regional gestalten: Die KAUSA Servicestelle Region Hannover
Yvonne Salewski, pro regio e.V.
11:15 Uhr Abschlussdiskussion:
Politische Rahmenbedingungen und Maßnahmen zur Verbesserung der Integration von Migrantinnen und Migranten sowie Geflüchteten in die berufliche Bildung
Dr. Uta Dauke, Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI)
Elke Hannack, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
Dr. Kristin Körner, Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt
Udo Michallik, Kultusministerkonferenz (KMK)
Holger Schwannecke, Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V. (ZDH)

Moderation: Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

12:15 Uhr Ende des Forums

 

Die BWP-Redaktion empfiehlt: Beiträge zum Thema

Stephanie Matthes

 © BIBB

Stephanie Matthes ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich „Berufsbildungsangebot und -nachfrage / Bildungsbeteiligung“ am Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Sie leitet ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziertes Projekt zum Aufbau einer Daten- und Informationsbasis für eine regelmäßige Berichterstattung zum Thema „Integration Geflüchteter in Ausbildung und Arbeit“ (InGAA) und ist beteiligt an der Durchführung und Auswertung der BA/BIBB-Migrationsstudie 2016 sowie der Vorbereitung der BA/BIBB-Fluchtmigrationsstudie 2018.

Ihre weiteren Arbeitsschwerpunkte am BIBB liegen in den Bereichen der Ausbildungsmarkt- und Berufswahlforschung. Im Rahmen ihrer Anfang 2018 an der Universität Bonn eingereichten Dissertation beschäftigt sie sich mit der Frage, warum bestimmte Berufe im Berufsfindungsprozess von Jugendlichen ausgeschlossen werden.

Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey

Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey, * 1962, Diplom-Sozialwissenschaftlerin

Anne Görgen-Engels

 © BIBB

Abteilung: Initiativen für die Berufsbildung
Arbeitsbereich: Stärkung der Berufsbildung, Bildungsketten
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration

Forschungsthemen / Arbeitsschwerpunkte

Beruflicher Werdegang

Dr. Junmin Li

Akademische Rätin a. Z. am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialpädagogik der Universität zu Köln.

Dr. Christiane Eberhardt

Christiane Eberhardt ist seit 1993 im Bundesinstitut für Berufsbildung beschäftigt. Seit 2008 arbeitet sie im Arbeitsbereich „Grundsatzfragen Internationalisierung/Monitoring von Berufsbildungssystemen“ bzw. „Berufsbildung im internationalen Vergleich, Forschung und Monitoring“. Ihre Arbeit ist gleichermaßen von Forschung (gegenwärtig zur Anerkennung beruflicher Qualifikationen in ausgewählten Ländern sowie zur Ausbildungsqualität in Betrieben), Beratung (2013-2015 zur Modernisierung der Berufsbildung in der Ukraine im Rahmen eines Twinning-Projektes) und Entwicklung (u.a. durch eine Vielzahl von Referenzprojekten zum Thema ECVET) geprägt. Hierbei stehen Fragen der Anerkennung/Anrechnung von (beruflichen) Lernleistungen, der Steuerung von Berufsbildungssystemen, von Sozialem Dialog und zur Transferproblematik thematisch im Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Dipl.-Päd. Yvonne Salewski

Dipl.-Päd. Yvonne Salewski, geb. 17.10.1977

Geschäftsführerin Ausbildung im Verbund pro regio e.V.
Projektleiterin der KAUSA Servicestelle Hannover (01.05.2016-30.04.2019)

Schwerpunkte: Expertise in den Bereichen Bildung und Ausbildung, interaktive Ausstellungen, Ausbildungsberatung für kleine und mittlere Unternehmen sowie Jugendliche, Projektmanagement und Konzeptentwicklung an Schnittstellen zwischen Wirtschaft, Bildung und Kultur.

Ausbildung im Verbund pro regio e.V. ist ein gemeinnütziger Verein und Zusammenschluss von aktuell 22 Unternehmen und Kommunen. Ziel des seit 2001 bestehenden Vereins ist es, zur Verbesserung der Ausbildungssituation in der Region Hannover beizutragen. Wir unterstützen Unternehmen bei der Suche nach Bewerber/innen und behörlichen Formalitäten. Darüber hinaus haben wir zahlreiche Projekte, Veranstaltungen, Filme, Ausstellungen, Messen und Workshops mit Unternehmen, Schulen und anderen Partnern umgesetzt, um die Vorteile und Chancen aufzuzeigen, die die duale Ausbildung bietet. Mit unserer KAUSA Servicestelle sind wir eine von rund 30 Servicestellen bundesweit, die daran arbeitet, die Ausbildungsbeteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund zu erhöhen – sowohl auf Seite der Unternehmen als auch auf Seite der Jugendlichen. Mehr Informationen finden Sie hier: www.proregioev.de.

Dr. Uta Dauke

Dr. Uta Dauke (*1958) ist seit Mai 2016 Vizepräsidentin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge mit Dienstsitz in Berlin. Als Juristin war sie zuvor seit 1989 im Bundesministerium des Innern (BMI) in verschiedenen Bereichen tätig, u.a. als Beauftragte für den Datenschutz sowie in der Verwaltungsorganisation und Verwaltungsmodernisierung.

Elke Hannack

 © DGB/Simone M. Neumann

Seit 1. Juni 2013 ist Elke Hannack stellvertretende Bundesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Elke Hannack hat „Gewerkschafterin“ von der Pike auf „gelernt“ und ist das, was man eine Gewerkschafterin aus Überzeugung nennt.

Elke Hannack ist geborene Gladbeckerin und wuchs in Nordrhein-Westfalen als eines von fünf Geschwistern auf. Nach dem Abitur studierte sie ab 1981 evangelische Theologie an der Universität in Münster und arbeitete neben dem Studium als Packerin und Verkäuferin im Einzelhandel. Sie wurde in dieser Zeit Mitglied der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen, engagierte sich als Betriebsratsvorsitzende und Gesamtbetriebsratsvorsitzende und war Mitglied der großen Tarifkommission der HBV.

Begeistert von der Gewerkschaftsarbeit und dem Gedanken, sich für die Interessen von Beschäftigten einzusetzen, entschloss sich Hannack 1992 zu einer Ausbildung beim DGB als Organisationssekretärin und arbeitete danach im DGB-Kreis Bonn/Rhein-Sieg. Fünf Jahre später entschied sie sich für eine weitere Ausbildung zur Rechtsschutzsekretärin und wechselte mit der neuen Aufgabe in den DGB-Bezirk Nordrhein-Westfalen. Elke Hannack ging ihren Weg weiter und wurde 1997 DGB-Kreisvorsitzende im DGB-Kreis Oberberg/Rhein-Berg. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte waren Arbeitsmarkt- und Strukturpolitik, Sozialpolitik, Chancengleichheitspolitik. In der Zeit von 2001 bis 2005 leitete sie die DGB-Geschäftsstelle in Gummersbach, bis 2007 war sie stellvertretende Vorsitzende des DGB-Bezirks Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 2007 wartete eine neue Herausforderung als Mitglied im Bundesvorstand „ihrer“ Gewerkschaft ver.di. in Berlin auf sie. Auch hier bildete – wie schon ganz zu Anfang in Elke Hannacks Berufsleben – die Arbeitsmarktpolitik einen inhaltlichen Schwerpunkt neben sozialpolitischen Themen und der Schwerbehindertenpolitik, Erwerbslosenvertretung sowie Migrantinnen und Migranten.

Seit Juni 2013 ist Elke Hannack stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Auf dem 20. Ordentlichen DGB-Bundeskongress im Mai 2014 wurde sie in diesem Amt bestätigt. Sie erhielt im ersten Wahlgang 347 Stimmen (88 Prozent).

Elke Hannack ist verantwortlich für die Ressorts Öffentlicher Dienst und Beamtenpolitik, Frauen-, Gleichstellungs- und Familienpolitik, Jugend- und Jugendpolitik, Bildungspolitik und Bildungsarbeit sowie Organisationspolitik, Service und IT. Elke Hannack ist Mitglied der Christdemokratischen Union Deutschlands und stellvertretende Vorsitzende ihres Arbeitnehmerflügels, der Christdemokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA).

Dr. Kristin Körner

Dr. Kristin Körner ist im Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt Referatsleiterin für Fachkräfte und Berufliche Bildung. Sie ist im Bereich der Übergangsgestaltung von der Schule in den Beruf u.a. verantwortlich für das Landesprogramm „Regionales Übergangsmanagement (RÜMSA)“ und das Berufsorientierungsprogramm BRAFO.

Für die Integration von jungen Geflüchteten in berufliche Ausbildung setzt Kristin Körner vorrangig auf die Anpassung von Regelinstrumenten und -programmen, in Verbindung mit koordinierenden und kompetenzbildenden Angeboten.

Zuvor war Frau Dr. Körner in der Landesverwaltung Sachsen-Anhalt u. a. für Gleichstellungspolitik und Personalentwicklung verantwortlich. In die Gestaltung der fachlichen Aufgaben bringt sie ihre Kompetenz als ausgebildete Organisationsberaterin ein.

Udo Michallik

 © Sekretariat der Kultusministerkonferenz

Staatssekretär a. D. und Generalsekretär der KMK

Udo Michallik ist seit Oktober 2011 Generalsekretär der Kultusministerkonferenz. Nach der Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenmonteur und dem Studium der Geschichte, Politikwissenschaften und Soziologie in Rostock und Tempe / Arizona (USA) hat er von 1995 bis 2006 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und von 2003 bis 2006 als Leiter des wissenschaftlichen Dienstes der CDU-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern gearbeitet. Von 2006 bis 2011 war er Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern.

Holger Schwannecke

 © ZDH/Schüler

Generalsekretär
Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)

1961
geboren in Helmstedt

1980
Abitur in Helmstedt

1980 – 1982
Bundesmarine

1982 – 1988
Studium der Rechtswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg; erstes Staatsexamen

1990 – 1992
Mitarbeit in einer Rechtsanwaltskanzlei in Frankenberg

1991
zweites juristisches Staatsexamen

1992
Zentralverband des Deutschen Handwerks

1995
Zulassung zur Rechtsanwaltschaft, Leiter der Rechtsabteilung im Zentralverband des Deutschen Handwerks

2004
Ernennung zum Geschäftsführer des Unternehmerverbandes Deutsches Handwerk

2010
seit 1.1. Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks

Themenschwerpunkt Migration und Flüchtlinge

Die Situation der Flüchtlinge in Deutschland hängt in entscheidendem Maß von ihrer Integration in Bildung und Beschäftigung ab. Die hierzu geschaffenen rechtlichen, finanziellen und institutionellen Rahmenbedingungen gilt es nun mit Leben zu füllen. Welche Anforderungen stellen sich vor diesem Hintergrund an Institutionen und Akteure der Berufsbildung? Und welchen Beitrag können sie leisten, damit Flüchtlinge entsprechend ihren schulischen und beruflichen Qualifikationen gefördert und in die Gesellschaft integriert werden? Dazu finden Sie in dieser BWP-Ausgabe – hier zum kostenlosen Download – Hintergrundinformationen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Praxis.

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